Bruckendorfgmünd

Die Verhältnisse von Bruckendorfgmünd in Bezug auf Viehzucht, Feldfrüchte und Futterbau waren die gleichen wie bei Dorfgmünd. Im Jahre 1847, am 19. März, brannte Bruckendorf-gmünd vollständig ab. Da die Leute im Nachmittagsgottesdienst waren, konnte fast gar nichts gerettet werden. Zur selben Zeit war von Mobiliarversicherungen noch nichts bekannt und die Brandentschädigungen gering, weshalb die Einwohner durch den Wiederaufbau in Schulden kamen. Vor dem Brand war die Ortschaft nicht am gegenwärtigen Platze, sondern unterhalb, unweit der Brücke am Wege gelegen.

Der Entschluß, die neuen Wohnhäuser an anderer Stellen neu zu errichten geht auf einen Beschluß der Brandgeschädigten selbst zurück. Die neuen Bauplätze sollten durch die Verlegung vor dem Eindringen von Hochwasser besser geschützt werden.



Glasschleif- und Polierwerk Josephsthal

Im Jahre 1886 wurde dieses vom bischöflichen geistlichen Rate und Pfarrer zu Rottenburg in Niederbayern erbaut. Die Baukosten beliefen sich auf 72.000 Mark. Auf Nachsuchen des Erbauers "Josef Söllner" wurde der Ortsname Josephsthal genehmigt und die Gemeinde um ein Glasindustriewerk vermehrt.

Das Werk besteht aus zwei Gebäuden, nämlich aus dem Polierwerk mit 120 Plöcken und Wohnung des Poliermeisters und dem Schleiferhaus mit 16 Schleifständen, eingerichtet für vier Schleifmeister. Dieses enthält entsprechende obere Wohnungen.

 

Das Schulwesen in Gmünd


Schulbus in Gmünd. Auslagerung von Grundschulkindern aus Grafenwöhr ins Schulhaus Gmünd, links Bürgermeister Mathias Krauß.
Im 18. Jahrhundert bestand noch kein Schulhaus und kein aufgestellter Lehrer. Ein Zimmermann hielt im Winter Schule und zwar jede Woche in einem anderen Bauernhaus, wo er auch unentgeltlich Kost erhielt. Später wurde an das Hirthaus in Dorfgmünd ein Anbau als Schulzimmer aufgeführt und vom jeweiligen Herrn Pfarrer zu Grafenwöhr ein beliebiger Lehrer aufgenommen. Die Entlohnung derselben bestand aus einem geringen Schulgeld und mußte derselbe sehr kümmlich als ledig leben. Nachdem sich dieses Schullokal längst schon als zu klein erwies, mußte auf Antrag der Schulaufsichtsbehörde des damaligen Herrn Landrichters Pausch zu Eschenbach im Jahre 1849 ein eigenes Schulhaus mit Lehrerwohnung erbaut werden.

Obwohl zur selben Zeit an allen Landschulen schon gebildete Lehrer wirkten, blieb der damalige Lehrer Scharf, welcher in keiner Schullehrerseminaren ausgebildet wurde, in Ansehen seiner guten Unterrichtsleistung auf seinem Posten. Nach seinem Wegzug nach Zessau wurde die Schule Gmünd mit gebildeten Verwesern besetzt. Es kam als erster Xaver Dietl hierher.

Infolge des Schuldotationsgesetzes vom 28. Juli 1902 mußte das Schulhaus durch einen Anbau an der Westseite vergrößert werden, wobei sich die Baukosten über 7400 Mark beliefen.

Hierzu wurden von der k. Regierung 5000 Mark in Anbetracht der armen Gemeinde geleistet.



Kriegsende 1945

Beim Luftangriff auf Grafenwöhr am 8. April 1945 wurden bei Gmünd eine Flugabwehrstellung am Bernbühl angegriffen. Große Munitionsstapel links und rechts der Hauptstraße und im Gemeindeschlag wurden getroffen, der Gemeindeschlag brannte ab. Etwa 120 Sprengbomben rissen hausgroße Trichter in die Creussen-Wiesen und in die Hangäcker bis zum Dürrschlag. Bruckendorfgmünd wurde von Brandbomben getroffen.

Einige Scheunen brannten bis auf die Grundmauern nieder. Es war anzunehmen, daß dieser Angriff den in der "Mark" getarnten Munitionsstapeln galt. Dort hatte die Wehrmacht in etwa dreiwöchiger Arbeit im Frühjahr 1945 große Mengen Munition gelagert, vor allem links des Wegs zur "Roten Marter". Es handelte sich vorwiegend um Giftgasmunition (angeblich "Blaukreuz"), so daß die ganze Umgebung in tödlicher Gefahr stand.

Am 20. April 1945 besetzten gegen 13 Uhr amerikanische Truppen die Höhe des Bernbühl mit Panzern und Selbstfahrlafetten. Einige Warnschüsse forderten den Ort zur Übergabe auf. Arnold Georg trug von Schuster Dobmanns Haus (Hammergmünd) eine weiße Fahne zum Bernbühl, Bürgermeister Arnold Josef mit Sporrer als Dolmetscher und 6 deutschen Soldaten eine weiße Fahne von Dorfgmünd aus. Der Ort war in kurzer Zeit besetzt und der amerikanischen Militärgewalt unterstellt:

Michel Sporrer, der mehr als 10 Jahre in USA gelebt und gearbeitet hatte, der sich schon bei den Übergabeverhandlungen als Dolmetscher gestellt hatte, wurde in der Folgezeit immer wieder von beiden Seiten als Dolmetscher und Nothelfer geholt. Der so gegebenen ausgezeichneten Verständigungsmöglichkeit ist es zu danken, daß Gewalttaten und außergewöhnliche Vorfälle und Härten, wie sie aus anderen Orten gemeldet wurden, nicht vorkamen. Die bei den US-Truppen üblichen "Requirierungen" bei den immer wieder durchgeführten Haussuchungen und wechselnden Belegungen waren kaum zu vermeiden: Radios, Uhren, Schmucksachen, Wertgegenstände, auch Wäsche, Lederwaren, außerdem reichlich und immer wieder Hühner und Eier. Dagegen wagten sich die US-Soldaten kaum an Getränke, Fleisch, Butter usw. Sie fürchteten eine Vergiftung und verlangten, daß Deutsche zuerst davon genossen.

Am 22. April 1945 wurde der damalige 2. Bürgermeister Joh. Baptist Dobmann von den Amerikanern als 1. Bürgermeister eingesetzt. Am 18. August 1945 wurde der Bauer Georg Schmid in Bruckendorf von der Militärregierung als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt. Das brennendste Problem dieser Zeit war der Strom von Flüchtlingen. Die Bürgermeister der Gemeinden hatten jeweils für Weiterbeförderung zu sorgen, hier also die Leute nach Hütten oder nach Dießfurth zu bringen. Das Schulhaus war in dieser Zeit als Durchgangslager eingerichtet, in allen Räumen war Stroh aufgeschüttet, alle Räume waren vollgestopft mit Menschen, die Habe und Heimat verloren hatten.

 

 



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Konzept und Ausführung COLOR Design Grafenwöhr
Juli 1997