Religions- und Kirchengeschichte

Soweit die Kirchengeschichte zurückverfolgt werden kann, gehörte Hütten zur Pfarrei Neunkirchen. Im Jahre 1472 baute Konrad Mendel von Steinfels, dem damals auch die Hammergüter in Hütten und Gmünd gehörten, die jetzt noch stehende Laurentiuskirche. Es ist aber sicher, daß auf dem gleichen Platze schon früher eine kleinere Kapelle stand, die durch Mendel nur vergrößert wurde. Eine Kaplanei Hütten bestand bis zum Jahre 1569. Im besagten Jahre mußten die Hüttener protestantisch werden, weil die Landesherren der Pflegschaften Floß-Parkstein, die Churfürsten von der Pfalz und die Herzöge von Neuburg, zu dieser Zeit ebenfalls protestantisch waren. An Stelle der katholischen Kaplanei wurde nun eine protestantische Pfarrei in Hütten errichtet, die von 1569-1627 bestand. Anschließend wurden die Hüttener wieder katholisch. Im Jahre 1652 trafen die Landesherren ein Abkommen und führten das Simultaneum ein, wonach beiden Religionen die gleichen Rechte zuerkannt und den Gläubigen die unbeirrte Ausübung ihres Glaubens gewährt wurde. Während die Protestanten in Hütten seit 1627 nach Kaltenbrunn eingepfarrt waren, kamen die Katholischen von 1627 ab zur Pfarrei Mantel, die neu errichtet worden war, aber auch bald wieder aufgehoben wurde.

Seit 1922 hat nun Hütten nach einer Pause von mehr als 350 Jahren wieder einen eigenen Seelsorger und seit dem Jahre 1935 auch eine neue Kirche zu Ehren des Heiligen Joseph. Die Begräbnisstätte für die Hüttener Katholiken war bis zur Errichtung eines eigenen Friedhofes 1922 in Mantel, während die Protestanten nach Kaltenbrunn begraben wurden.

 

 

 

 

Die Schule in Hütten

Als erster Schulmeister, der von der Gemeinde angestellt wurde, erscheint in Hütten urkundlich ein Georg Kuchenreuther um das Jahr 1770. Dieser bekam für jedes Kind, das Lesen und Schreiben lernte, zwei Näpfe Korn, und wenn es nur das Lesen lernte, was auch vorkam, nur 1½ Napf. Dafür mußte er aber nicht nur für seine Wohnung, sondern auch für den Unterrichtsraum selbst sorgen. Zu einem richtigen Unterrichtsraum kam es erst, als im Jahre 1848 der Hammergutsbesitzer Schlör das sogenannte "Glashaus" am östlichen Eingang zum Schloßhof als Schule zur Verfügung stellte. Kuchenreuthers Nachfolger wurde im Jahre 1805 der Mauerer Jakob Schriefer. Er übte die Lehrtätigkeit in Hütten aus bis zu seinem Tode im Jahre 1850. Im Jahre 1853 errichtete die Gemeinde das alte Schulhaus als ebenerdiges Gebäude. Lehrer Schmidt, der 1853 als erster in das neue Schulhaus einzog, war zugleich der erste seminaristisch gebildete Lehrer in Hütten.

Die Hofmark Grub

Im Jahre 1518 wird Mathes Plecher als Besitzer genannt. 1713 brannte das Wohnhaus ab und wurde 1714 von Ignatz von Weveld wieder aufgebaut. 1751 suchte Freifrau von Weveld um die Genehmigung nach, an Stelle des Hammers und der Mühle eine Glasschleife errichten zu dürfen, da der Hammer schon längere Zeit außer Betrieb war und die Mühle wegen Mangel an Malter eingegangen war. 1777 brannten sämtliche Ökonomiegebäude infolge Blitzschlag ab.

1820 erwirbt Anton Prößl, Wirt in Hütten, das Schleif- und Polierwerk. Sein Sohn vergrößerte das Polierwerk und baute die Arbeiterwohnungen. Das Gut ohne Polierwerk erwirbt 1839 Anton Schlör, der 1838 auch das Gut Hütten gekauft hatte. 1910 übernimmt Josef Schlör das Gut ohne Werk. 1921 kauft Schlör das Polierwerk und es ist mit dem Gut nach 150 Jahren wieder in einer Hand. 1922 wird kein Glas mehr poliert und nur mehr in beschränktem Umfange im Schleifwerk geschliffen. 1929 wird die Wasserkraft zur Erzeugung von elektrischen Strom ausgenützt. 1931 stellt auch die Glasschleife endgültig den Betrieb ein.

 

 

Kriegsgeschichte

Die ersten Nachrichten über Kriegsereignisse stammen aus der Zeit des 30-jährigen Krieges von 1618-1648. Hans Gabriel Vicht, der damalige Besitzer des Hammergutes Hütten, berichtete im Jahre 1625 an den Landpfleger von Parkstein, daß "auf der Rheinischen Landstraße nach Auerbach und Franken marschierendes Volk sich böswillig in Hütten einquartierte und in Dorf und Gut viel Schaden gemacht, die Pferde weggeführt und von den Pflügen genommen und viel anderes Unheil mehr angestiftet" habe. Weitere Berichte sagen, daß im Jahre 1632 und 1634 die Schweden plündernd, raubend, sengend und brennend durch Hütten gezogen sind. 1640 mußten Dorf und Gut schwerste Kontributionen an die Schweden zahlen.

Nach den Schrecken dieses Krieges herrschte Ruhe in unserem kleinen Dorf, bis der Kriegslärm der Erbfolgekriege diese Ruhe wieder störte Es fanden zwar keine Kampfhandlungen in der Gegend statt, aber die vielen Einquartierungen und Truppendurchzüge brachten viel Unruhe mit sich. Im Jahre 1742 zogen etwa 15000 Franzosen von Grafenwöhr kommend über Hütten nach Eger und im Jahre 1745 lagen 16 österreichische Regimenter in der Gegend. Hütten hatte drei Monate lang starke Einquartierung. Im 1. Weltkrieg wurden alle wehrfähigen Männer zu den Waffen gerufen. Als im November 1918 die Revolution den bereits verlorenen Krieg endgültig beendete, hatte die Gemeinde 11 Männer auf dem Schlachtfeld verloren. Der 2. Weltkrieg fand für die Hüttener mit der Besetzung durch die Amerikaner am 20. April 1945 ein Ende. Insgesamt 22 Bürger mußten in diesem Krieg ihr Leben lassen.


Alte Ortsansicht von Hütten



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Konzept und Ausführung COLOR Design Grafenwöhr
Juli 1997